spacer.png, 0 kB
 
SwedishNorwegianEnglishGerman
spacer.png, 0 kB

Drucken Artikel 1 von 7


Was ist JDF

JDF steht für Job Definition Format, ein offener und erweiterbarer Standard, der den gesamten Auftragsablauf umfasst: Vom Auftrag, Vordruck, Druck, Nachbearbeitung, Lieferung bis zur Rechnungserstellung. Das Ziel ist ein effizienter und kosteneffektiver Produktionsablauf.

Die treibende Kraft hinter dem JDF-Standard ist die Organisation CIP4, die für die Entwicklungsarbeit und Produktinformation verantwortlich zeichnet. CIP4 verwaltet den Standard seit dem Jahr 2000, wo führende Hersteller wie Adobe, Agfa, Heidelberg und Man Roland, die die Initiative zur Erarbeitung des Standards ergriffen hatten, JDF öffentlich präsentierten.

Der Umstand, dass der Begriff JDF in zwei verschiedenen Zusammenhängen Verwendung findet, kann auf den ersten Blick verwirrend sein. JDF steht zum einen als Bezeichnung des Standards an sich und zum anderen für die dem Auftragsablauf mitfolgende Datei, sozusagen ein elektronisches Arbeitspapier.

Vereinfacht ausgedrückt kann der JDF-Standard als eine umfassende Dokumentationsinformation bezeichnet werden. Der Standard seinerseits besteht aus zwei Teilen: JDF (Job Definition Format) und JMF (Job Messaging Format). Die JDF-Datei enthält die übergreifende Struktur über Abläufe und Ressourcen, welche im Zusammenhang mit den jeweiligen Aufträgen stehen. Beispielsweise kann die Datei Ausschussdaten, Farbeinstellungen, Auftrags- und Lieferinformationen sowie spezielle, detaillierte Produktinformationen beinhalten. Die Datei ist leicht an ihrer Endung .jdf zu erkennen.

JMF andererseits ist eine Kommando- und Kontrollsprache, die der Standard JDF als eine Schnittstelle zwischen dem administrativen Leitsystem und der Produktion zur Verfügung stellt. Das Leitsystem wird häufig auch als MIS (Management Information System) bezeichnet. Dessen Aufgabe ist die Informationsbearbeitung jedes einzelnen Prozesses. Mit Hilfe von JMF kann das Leitsystem beispielsweise Mitteilungen an die einzelnen Produktionseinheiten verschicken, um einzelne Aufträge zu starten oder zu stoppen. Darüber hinaus ist es mit JMF möglich, Rückmeldungen zu veranlassen. So kann beispielsweise berichtet werden, an welcher Position des Auftragsablaufes sich ein Auftrag befindet oder wie viele Platten produziert wurden. JMF-Mitteilungen werden als Dateien verschickt und sind an ihrer Endung .jmf leicht wiedererkennbar.

JDF gewinnt an Bedeutung
Da der JDF-Standard innerhalb der grafischen Industrie an Bedeutung gewinnt, ist er oftmals kompatibel mit den Ausrüstungen vieler verschiedener Hersteller und Lieferanten. Mit dem Standard soll eine Unabhängigkeit von Plattform und Hersteller erreicht werden. Aufgrund der Tatsache, dass der Standard relativ umfangreich ist, kann nicht davon ausgegangen werden, dass jeder Softwarelieferant den Standard in seiner Gesamtheit unterstützt. Aus diesem Grund wurde dieser in kleinere Unterabschnitte unterteilt, die jeweils einen speziellen Teil des Auftragsablaufes behandeln. Diese Unterabschnitte werden ICS (Interoperability Conformance Specification) genannt. Beispielsweise existiert eine ICS, die die Schnittstelle zwischen dem Leitsystem und dem Vordruck definiert, eine andere wiederum definiert die Schnittstelle zwischen dem Leitsystem und dem konventionellen Druck. Für ein einwandfreies Funktionieren dieser Abläufe ergibt sich somit die Notwendigkeit, dass der Empfänger über dieselbe ICS-Unterstützung verfügt wie der Absender. Ein anderer, wichtiger Aspekt ist, dass die JDF-Spezifikation in verschiedenen Versionen veröffentlicht wurde. Für einen reibungslosen Ablauf ist es erforderlich, dass die kommunizierenden Seiten dieselbe Version unterstützen. Die aktuellste Version hat die Bezeichnung 1.3 und wurde im Herbst 2005 veröffentlicht.

JDF basiert auf der Metasprache XML (Extensible Markup Language), die dazu dient, unterschiedliche Systeme, welche vorher nicht miteinander verbunden waren, zu verknüpfen. Mit Hilfe von JDF können Auftrags- und Arbeitsabläufe automatisiert werden, auch wenn die zum Einsatz kommenden Ausrüstungen von unterschiedlichen Herstellern oder Lieferanten stammen. Um diese Plattformunabhängigkeit zu erreichen ist ein JDF-spezifizierter Ablauf notwendig, der die Struktur der XML-Datei feststellt. Diese gewährleistet, dass die JDF-Datei in allen den Standard unterstützenden Systemen Verwendung finden kann.

Wie vorher bereits erwähnt, soll der JDF-Standard unabhängig vom jeweiligen Lieferanten sein. Dies setzt natürlich voraus, dass alle im Markt verfügbaren Ausrüstungen JDF unterstützen. Es ist positiv zu vermerken, dass ein Grossteil der Hersteller und Lieferanten bereits mit einer Anpassung begonnen hat und dass viele bereits eine JDF-Unterstützung zur Verfügung stellen können. Viele größere Hersteller und Lieferanten bieten darüber hinaus Lösungen an, mit denen ältere Ausrüstungen kompatibel zum JDF-Standard gemacht werden können. Jedoch wäre eine engere und bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Herstellern und Lieferanten wünschenswert.

Sollten Sie Fragen oder Kommentare zu den Artikeln oder unseren Programmen haben: info@admera.com

   
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB