Artikel 4 von 7
Praktische Abläufe
Hinsichtlich des architektonischen Aufbaus von JDF können zwei unterschiedliche Strukturen zum Einsatz kommen: der dezentralisierte und der zentralisierte Aufbau. Der dezentralisierte Aufbau bedeutet, dass die JDF-Datei jedem neuen Arbeitsschritt beigefügt wird und auf diese Weise den gesamten Produktionsablauf mit durchläuft. Dies ist eine relativ unkomplizierte Methode der JDF-Implementierung, welche jedoch einige Nachteile mit sich ziehen kann. Es ist beispielsweise nicht möglich, den individuellen Datenzugriff, d.h. individuelle Zugriffsrechte, zu regeln und zu verwalten. Darüber hinaus ist es nur äußerst begrenzt möglich, sich überlappende Produktionsprozesse sicher und termingerecht zu planen.
In dem Maße, wie die Produktionsabläufe an Umfang und Intensität zunehmen, machen sich diese Nachteile um so mehr bemerkbar. Bei einem relativ einfachen Aufbau mit nur einem Empfänger ist die Vergabe von Zugriffsrechten natürlich kein Problem.

Demgegenüber ist der zentralisierte Aufbau wesentlich komplexer und aufwendiger zu integrieren. Verglichen mit dem dezentralisierten Aufbau ergeben sich jedoch einige Vorteile. Das Leitsystem erstellt und administriert eine Haupt-JDF (Master-JDF), die an die zentrale Datenbankverwaltung gebunden ist.
Die Datenbanken enthalten avancierte, den Datenzugriff verwaltende und kontrollierende Mechanismen. Darüber hinaus sind Funktionen für die Datensicherung und die Bearbeitung von nicht durchgeführten bzw. abgebrochenen Transaktionen vorhanden. Teile der JDF-Datei können demzufolge an andere Programme weitergegeben, geändert, kommentiert und wieder zurückgeführt werden. Mit Hilfe der von den Datenbanken gesteuerten Zugriffsverwaltung können alle die Datei einlesen. Eine Veränderung des Dateiinhaltes ist jedoch nur dem möglich, der spezifische Teile weitergegeben hat und demzufolge über ein individuelles Zugriffsrecht verfügt.
Bei einem Vergleich beider möglicher Varianten ergeben sich für den zentralisierten Aufbau folgende Vorteile:
-
Die JDF-Datei unterliegt einer ständigen Kontrolle
-
Definierte Routinen und Abläufe für die Weitergabe und Rückführung von Teilen der JDF-Datei bzw. der kompletten JDF-Datei
-
Eine umfassende Kontrolle der Zugriffsrechte.
-
Weitergegebene Programmteile werden gegenüber anderen Programmen und Anwendern geschützt
-
Geringer Aufwand für die Programmpflege
Zu beachten ist jedoch, dass die Implementierung des zentralisierten Aufbaus einen wesentlich höheren Zeitaufwand nach sich zieht und dass zum jetzigen Zeitpunkt eine vollständige Kompatibilität der vorhandenen Hard- und Software noch nicht gegeben ist. Die oben genannten Erläuterungen können jedoch von Nutzen sein, um sich über die weiteren Einsatzmöglichkeiten von JDF ein Bild zu machen.